Samstag, 3. Mai 2014

Feuerwehr kann alles, oder?

Es brennt, dann kommt die Feuerwehr, ein Mensch in Not, die Wehr muss her. Des Nachbars Katze auf dem Baum, die längsten Leitern hat die Feuerwehr – die Feuerwehr kann alles! Nur was ist wenn es mal so richtig Groß wird, wenn mal mehr als nur eine Wohnung brennt und mehr als zehn Bäume dem Wind nicht mehr Stand gehalten haben? Dann kommt die Feuerwehr schnell an die Belastungsgrenze, was ja gar nicht schlimm ist! Nur einen Fehler macht die Feuerwehr, sie steht nicht zur Belastungsgrenze, hat nicht den Mut zu sagen: „Ja, das ist zu viel für uns!“, stattdessen wird Wehr um Wehr alarmiert, bis auch der letzte Meldeempfänger ausgelöst wurde! Noch nicht Schlimm finde ich, wenn das Personal gebraucht wird, nur was machen die Wehrleute nun?

Sie machen Licht an der Einsatzstelle, packen Stative aus, bauen Scheinwerfer auf und verkabeln alles mit dem Stromerzeuger. Vier bis Sechs Kameraden sind gebunden, Kameraden die gelernt haben Feuer zu löschen, Menschen zu Retten und auf die längsten Leitern zu steigen machen jetzt Licht. Das kann das THW doch auch, das THW, ja das sind die blauen Autos, die haben gelernt Licht zu machen, Gerüste zu bauen und Deiche zu sichern – das THW ist genau in den Bereichen zu Hause wo Feuerwehr`s alles ein bisschen macht!

Sie machen Essen, zwei Feuerwehrleute kümmern sich um Essen und Trinken und fahren durchs nächtliche Dorf, schellen den Wirt aus dem Bett und braten Schnitzel! Rauben dem Bäcker den Schlaf und schmieren Brötchen, Brötchen für die Kameraden welche im Einsatz literweise Wasser ausschwitzen und Kalorien verbrennen. Natürlich brauchen die Kameraden Essen und Trinken – und nicht zu knapp! Aber warum müssen die Feuerwehrleute das machen, Kameraden die gelernt haben Menschen zu Retten und Feuer aus zu machen. Das macht das DRK oder der MHD – die haben sowas wie eine Betreuungskomponente! Die können Essen und Trinken für 250 Menschen organisieren, Menschen die vielleicht Haus und Hof verloren haben – nach einem Hochwasser oder Erdrutsch. Die können aber auch Essen und Trinken für 80 Einsatzkräfte organisieren, Einsatzkräfte die gerade versuchen Haus und Hof zu sichern.
Feuerwehr kann eben nicht alles! Und die moderne Feuerwehr kennt ihre Schwächen und weiß diese Bereiche durch dritte aufzufüllen. Dritte Fachkräfte die sich eben auf das spezialisiert haben was selten ist – aber auch gemacht werden muss.


Und nun die ständige Aussage: „Aber die brauchen immer so lange“, na klar brauchen die das, eine Feuerwehr die nur übt und nie alarmiert wird, braucht auch lange – die Abläufe sind untrainiert und alles geht noch ein wenig holzig – aber machen wir die Feuerwehr deswegen zu? Oder alarmieren wir die Feuerwehr einfach nicht mehr, die brauchen ja zu lange!? Oder wollen wir die Feuerwehr besser einbinden und in unserem System stark machen – eine schnelle und zuverlässige Feuerwehr daraus machen? Warum machen wir das dann nicht mit unseren Hilfsorganisationen?

Sonntag, 12. Januar 2014

Kinder-PC, ein Kochbuch

Als Grundbasis nutze ich ein Fujitsu Siemens Lifebook S 6120 D was mir meine große Tochter zur Verfügung stellt. Da dieses Book einen Non PAE Kernel besitzt, ist die Auswahl an Betriebssystemen selbstredend auf Linux Basis eingeschränkt.

Entschieden habe ich mich für Bodhi-Linux in Version 2.4.0 welches reibungslos installiert werden kann, sämtliche Hardware wird erkannt, es kann sofort los gehen. Einziges Manko: die W-Lan Verbindung ist sehr instabil, da muss ich noch mal ran.

Nach der Grundinstallation steht der Midori-Browser zur Verfügung, dieser schnelle und schlanke Browser ist wie gemacht für altersschwache Hardware. Kids wollen Spielen, dazu Bedarf es der Installation des Flashplugin aus den Ubuntu-Quellen.

Weitere lokale Spiele werden natürlich mit installiert, dazu habe ich Super Tux Kart, X-Moto und GBrainy installiert. Jump & Run Spiele wie SuperTux und Secret Maryo dürfen natürlich auch nicht fehlen. Für die grundlegenden Arbeiten, wenn man davon in der zweiten Klasse schon reden kann, stehen Tux Paint sowie Abiword und Gnumeric aus der Gnome Office Suite zur Verfügung.

Etwas mehr Datenbeiwerk erzeugt leider die Installation des Desktop-Globus. Weitere Software aus dem Bereich Bildung ist eine Sternenkarte.

Für die lokalen Spiele steht ein Hama USB-Controller zur Verfügung, Joystick hilft bei der Einrichtung.

Kommen wir zum Aspekt der Sicherheit.
Das Projekt Kinderserver bietet einen Proxy-Server der nur den Zutritt zu geprüften Webseiten erlaubt, schnell ist der Proxyserver in Midori eingetragen und der Junior kann eigenständig den kindgerechten Raum im Internet erforschen. Zur Überwachung der Online-Zeit nutze ich unsere FritzBox 7390 in der ich ein eigenes Profil für die IP-Adresse des Kinder-PC eingerichtet habe.

Die Verwendung eines quelloffenen Linux-Systems macht es leicht, den Kids den Zugang zum WWW zu ermöglichen, brauche ich mir doch wenig Sorgen um Schadcode zu machen.

Dienstag, 13. August 2013

Mainz und die Bahn ist überall

Die Stellwerkprobleme der Deutschen Bahn in Mainz sind einer dieser Auswüchse unserer maximierungssüchtigen Gesellschaft - sie sind kein Problem der Bahn sondern ein Problem aller!

Wir tragen unser Geld auf die Bank und sparen, weil wir kein Vertrauen in die Zukunft mehr haben. Politik und Finanzwesen haben uns das Vertrauen genommen, die einen unbewusst die anderen mit blanker Absicht! Und weil wir ja nur für das Hinterlegen 2% Zinsen bekommen und die Aussicht auf mehr Geld in Form von Dividenden winkt, geben wir unser erspartes dem Finanzwesen welches damit zockt und dieses Geld vermehrt - oder auch nicht! Das Finanzwesen lebt davon, war früher die Automobilindustrie ein wichtiger Arbeitgeber sind heute die Banken die systemrelevanten Institutionen.

Warum ich darauf hinausgehe? Weil wir, die Sparer, mit unserer Gier nach mehr Geld die Ausschüttung der Dividenden in größerem Umfang fordern, wer nicht ausschüttet bekommt nicht unser Geld in Form von Anleihen oder Anteilen - verrückt, oder? Denn was macht das Aktienunternehmen? Es minimiert die Kosten und maximiert die Gewinne - nur so ist das Unternehmen für den Anleger interessant, nur so kann das Unternehmen frisches Geld auf dem Markt bekommen, sich mehr Verschulden um die höheren Dividenden zu zahlen, noch Verrückter, oder?

Und wenn es gilt die Kosten zu reduzieren dann fängt man bei den Personalkosten an! Stellenkalkulationen werden neu berechnet, da wird an der Verfügbarkeit der Arbeitnehmer geschraubt (durchschnittliche Krankheitstage werden reduziert), Nachkommastellen werden nicht mehr betrachtet (hat schon mal jemand einen 0,36 Menschen gesehen) und durch Arbeitsverdichtung und Leistungsdruck wird das letzte aus jedem Arbeitnehmer heraus gepresst, zu lasten der Motivation.

Der demotivierte Arbeitnehmer bekommt dann zum Dank kein Weihnachtsgeld mehr, auch kein Urlaubsgeld und auf zwei Tage Urlaub muss er auch verzichten. Das alles reichte noch nicht den Millardengewinn so zu steigern dass die Aktionäre Glücklich sind, also muss eine Nullrunde her! Und weil das dann endlich reichte, ja da bekam der Aufsichtsrat eine dicke Prämie bezahlt, weil der Aufsichtsrat ja so Toll auf den Mitarbeitern herum getrampelt hat - und jetzt jammert der Aufsichtsrat herum wenn keiner mehr zur Arbeit kommt!

Nächste Stufe der gesellschaftlichen Spirale ins Abseits: Der Arbeitnehmer welcher bis aufs letzte ausgepresst wurde hat weniger Geld für seine Familie in der Tasche, also kann er auch weniger Geld für Konsum und Reisen ausgeben. Im Fall der Bahn heißt das: weniger zahlende Gäste bei gleichen Infrastrukturkosten heißt weniger Gewinn - wieder wird an den Mitarbeitern herumgepresst, da muss noch irgendwo ein Tropfen Geld zu holen sein! Oder es wird an der Infrastruktur gespart, das gibt Ärger mit der Politik und dem Fahrgastverband, auch schlecht! Dieses Beispiel, ja ich weiß, eine einseitige Betrachtungsweise von mir....., lässt sich auf jeden anderen Betrieb oder Konzern umlegen, jeder der Menschen beschäftigt und dafür entlohnt sollte in sich gehen und darüber nachdenken ob diese Menschen eine würdige Entlohnung für die geleistete Arbeit erhalten, und kommt mir nicht mit "mir sind die Hände gebunden....!".

In unserer Gesellschaft ist ein Wandel unbedingt erforderlich, eine Abkehr von der Sucht nach Gewinnmaximierung, wir dürfen uns nicht nur gut fühlen wenn wir Dividenden in großer Höhe ausschütten, wir dürfen uns auch wohl fühlen wenn wir zufriedene Menschen um uns haben!